Wenn du CapCut nutzt, hast du ein gewaltiges Datenschutzproblem
Die Videobearbeitungs-App CapCut gehört nicht nur aktuell, sondern schon seit einigen Jahren, zu den beliebtesten Tools für Social Media Content. Marketingabteilungen und Selbstständige nutzen die Anwendung, um schnell und unkompliziert Videos für TikTok oder Instagram zu erstellen. Genau dafür ist die App bekannt: schnell und einfach gute Ergebnisse erzielen. CapCut gehört übrigens zum selben Konzern wie TikTok. Was auf den ersten Blick jedoch effizient wirkt, wirft jedoch datenschutzrechtliche Bedenken auf und kann so schnell zu einem Risiko für Unternehmen werden.
Der zentrale Kritikpunkt an CapCut sind die Nutzungsbedingungen. Nutzer räumen CapCut nämlich weitreichende Rechte an den hochgeladenen Inhalten ein. Und diese Rechte sind unbefristet und bleiben selbst nach Kontolöschung bestehen. Und davon sind alle hochgeladenen Inhalte betroffen. Videos, Bilder und Audiodateien. Egal ob Entwürfe oder unveröffentlichte Videos. Und diese Rechte umfassen nicht nur einfache eigene Zwecke, sondern auch Werbung, Training von KI und Übermittlung an Dritte. Der Konzern hinter CapCut und TikTok ist übrigens aus China, da landen die Daten also auf jeden Fall.
Das mag für Privatpersonen eventuell nicht relevant sein (je nachdem, wie viel einem an den eigenen Dateien liegt), kann für Unternehmen aber massivst problematisch sein.
Allein schon dann, wenn man sich den Drittlandtransfer nach China anschaut. Für den müssen Unternehmen nämlich ein angemessenes Datenschutzniveau sicherstellen und prüfen, ob es geeignete Garantien dafür gibt. Die ganzen Risiken dabei müssen dann auch bewertet und dokumentiert werden, also muss ein Transfer Impact Assessment (TIA) angefertigt werden. Zusätzlich werden die Daten auf internationalen Servern gespeichert. Wer weiß also schon, in welchem Land die Daten wirklich noch landen werden
Abgesehen davon reden wir bei Unternehmensinhalten oft von vertraulichen Daten, zu schützenden Rechten und Kundendaten (vor allem bei Agenturen und ich als Kunde wäre nicht so glücklich, wenn ich wüsste, wo meine Daten landen). Dazu kommen dann oft Bilder oder Stimmen von eigenen Mitarbeitenden. Der DSGVO-Bezug lässt sich also nicht vermeiden und damit auch nicht die Verantwortung des Unternehmens.
In den Einstellungen kann man dem Verkauf oder der Weitergabe der Daten widersprechen, aber nur teilweise.
Privatnutzern, denen Datenschutz wichtig ist, sollten sich also eher nach einer Alternative umschauen. Für Unternehmen gilt dies auf jeden Fall. Ja, CapCut ist gut und praktisch, aber nicht zu diesem Preis, den man zahlen muss. Vielleicht nehmen manche Unternehmen das ganze ja zum Anreiz, um generell eingesetzte Software zu überprüfen. Sinnvoll wäre es auf jeden Fall.

